Ich stelle hier Menschen mit ihren unterschiedlichen Gewohnheiten vor.

Wieso Gewohnheiten? Weil sie einfach viel Platz in unserem Leben einnehmen. Irgendwann habe ich in der Wochenzeitung "Die Zeit" gelesen, dass die Gewohnheiten zwischen 30-50 % unseres täglichen Handels bestimmen (Bas Verplanken, Professor für Sozialpsychologie an der University of Bath, England).

Der Duden definiert Gewohnheit als „durch häufige und stete Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung, Eigenheit; etwas oft nur noch mechanisch oder unbewusst Ausgeführtes.“

Mich interessiert es, zu ergründen, inwieweit Menschen durch Gewohnheiten beeinflusst sind. Durch welche Handlungen bzw. Verhaltensweisen sie dies täglich zum Ausdruck bringen. Ich empfinde es als spannend, Frauen und Männer zu treffen, die ihre Gewohnheiten als Ritual oder auch als Leidenschaft und Sicherheit verstehen oder die ihre Gewohnheiten vielleicht sogar zum Beruf gemacht haben. Welchen Sinn haben Gewohnheiten für das menschliche Leben und vor allem für das menschliche Zusammenleben?

Zura - Student, Fach Erziehungswissenschaft: "Bewältigung der Emotion durch Kaffee und Zigarette"

Was ist deine starke Gewohnheit, von der du dich abhängig fühlst?

Es gibt diejenigen Gewohnheiten, die durch den Alltag herausgebildet werden aus Notwendigkeit (Essen, Trinken, Duschen etc.) und jene die durch unsere eigene Persönlichkeit zu verschiedenen Lebensphasen auftreten - Alkohol Konsum, Rauchen, Kaffee oder Tee trinken -, diese entstehen willkürlich aus Lustprinzipien.

Ich habe natürlich auch solche für mich typische Gewohnheiten, wovon ich besonders Kaffee Trinken und Rauchen betonen möchte. Mit dem Kaffee habe ich ungefähr mit fünfzehn angefangen und später mit zwanzig einundzwanzig mit dem Rauchen kombiniert, man könnte diesbezüglich meinen, dass sie eher so ein Phänomen sind, welches wir unter dem Begriff Sucht kennen, was natürlich in gewisser Weise auch stimmen würde, aber ich verbinde sie mit Zufriedenheits-Glücksgefühlen sowie mit dem Stress. Warum das so ist? Und wie sie zustande  kommen, kann ich nur von mir bestätigen: Zum Beispiel wenn ich mich gerade in so einer Lebensphase befinde, wo viele Gefühle auf einmal hochkommen, greife ich nach Kaffee und Zigarette, unbewusst nehmen sie eine große Bedeutung bei der Bewältigung besonders starker Emotionen ein, wodurch die Glücks-Hormone entstehen und schon bald fühlt man sich wieder besser.

Abgesehen davon sind Kaffee und Zigarette wichtiger Bestandteil meines normalen Tages, als wären sie die Bestimmer des Tagesrhythmus.

Wünschst du dir manchmal sie zu ändern?

Nein! eigentlich nicht, sonst hätte ich mich schon längst davon getrennt. Es gibt tausende Dinge im Leben wogegen man kämpft und die Dinge, die man einfach laufen lassen sollte.

Boyana - Germanistin: "Ich bin kein Fan von Standard“

Was ist deine starke Gewohnheit, von der du dich abhängig fühlst?

Die regelmäßige Wiederholung einer Tätigkeit die man bewusst, ohne Zwang von außen, ausübt.  Immer dieselben Strecken bevorzugen, z.B. auf dem Heimweg, nehme ich immer dieselbe Straßenseite. Oder wenn ich zum Supermarkt gehe ist es genauso. Bloß keinen Umweg!  Ich denke es hat mit Bequemlichkeit zu tun.

Wünschst du dir manchmal sie zu ändern?

Warum etwas Anderes ausprobieren, wenn das schon Bekannte auch funktioniert?  Diese Gewohnheit gefällt mir selbst nicht, da ich kein Fan von „Standard“, bzw. „Kasten“ bin, in dem man passt oder sich damit zufrieden gibt. Ich arbeite daran und gehe bewusst (in letzter Zeit öfters) einen anderen Weg, der zum Ziel führt. Auf jeden Fall möchte ich das ändern.

Tekla - Studentin, Studienfach Geschichte

Was ist deine starke Gewohnheit, von der du dich abhängig fühlst?

Meine größte Gewohnheit ist, dass ich nur schwarze Kleidung trage und das ist schon seit paar Jahren so. Wenn man mich fragt warum? Meine Antwort lautet: ich fühle mich wohl, vollständig und sicherer. Schwarz passt einfach zu mir.

Wünschst du dir manchmal sie zu ändern?

Nein auf gar keinen Fall. Ich mag mich wie ich bin und wenn ich das ändern würde dann bin ich nicht mehr ich.

April - Juni 2017 Inga Khapava