Inspiration Nacktheit

Wir stellen hier eine Reihe junger talentierter Aktfotografinnen und Aktfotografen mit deren unterschiedlichen Arbeitsstilen und persönlichen Betrachtungsweisen im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch, hoher Emotionalität, Anziehungskraft und Sinnlichkeit vor und präsentieren jeweils eine Auswahl ihrer geschaffenen fotografischen Werke.

Inga Khapava

Inga Khapava lebt seit 14 Jahren in Köln und arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kunst und Kultur. Sie ist 1980 in Georgien geboren und aufgewachsen. Nach Ende der Schulzeit absolvierte sie an der Universität Kutaisi/Georgien ein Journalistik-Studium mit Abschluss Diplom. Ihr Talent für das Schreiben existiert aber schon viel länger, hat die Wurzeln in ihrer Jugend. Bereits damals war sie Mitglied eines Kunstclubs und schrieb Gedichte und Novellen. In Georgien war sie Mitautorin von drei literarischen Broschüren. Neben dem Journalismus entwickelte sich vor einigen Jahren eine große Leidenschaft für die Fotografie, insbesondere der künstlerischen Fotografie. Seit zwei Jahren absolviert sie verschiedene spezifische Ausbildungen, um ihr fotografisches Handwerk zu perfektionieren. Hier eine ihrer Akt-Serien.

Sofi Mdivnishvili

Mein Name ist Sofi Mdivnishvili. Ich bin 1996 in Tbilisi (Georgien) geboren.

Mein Interesse für die Fotografie entstand vor vier Jahren, als ich mir meine erste Analogkamera gekauft habe und seitdem arbeite ich nur mit Filmkameras. Ich habe nie etwas über Fotografie gelernt, um ehrlich zu sein hatte ich mich auch nie dafür interessiert, doch plötzlich hatte ich dieses Bedürfnis etwas zu schaffen, was bedeutend ist. Film-Fotografie half mir dabei darüber nachzudenken was mich so umgibt. Ich schoss von jeder Scene nur ein Bild, ich suchte nach dem etwas, dass mich noch mehr zum Nachdenken bringen würde.

Vor zwei Jahren entschied ich mich dann fremde, unbekleidete Frauen ohne ihre Gesichter zu fotografieren. Wie die meisten ehemals sowjetischen Länder, hält auch Georgien den Status eines Konservativen Landes. Dort ist Nacktheit immer noch mit Schande gleichgesetzt. Selbst meine Mutter war gegen meine Ideen als ich damit anfing nackte Fotos zu machen, sie bat mich etwas anderes zu machen. Ich erinnere mich wie sie sagte: „Da sind so viele Dinge um uns herum die viel interessanter sind als das, also mach etwas anderes.“ Diese Worte sorgten dafür, dass ich erst Recht weiter machte mit dem was ich wollte.

Ich verbinde meine Fotografie mit Aufregung. Es fühlt sich jedes Mal an, als wäre es das erste Mal, wenn ich zu einem Shooting gehe. Denn um mich herum ist jedes Mal alles wieder anders, Gesichter, Leute, Orte, Körper und die Geschichten, die sie mitbringen. Manchmal fotografiere ich mehrere Frauen zusammen, das ist ein weiterer Weg um einander zu unterstützen und Energie zu teilen.

Wir erinnern uns an Personen durch ihre Gesichter und daran unterscheiden wir sie untereinander, aber für mich ist alles mit dem Köper verbunden. Tbilisi ist eine kleine Stadt und ich habe eine Menge Erinnerungen an verschiedensten Orten an denen ich verschiedenste Frauen treffen und fotografieren durfte, aber nur Ich und diese Frau wissen das, und den Fakt ignorierend, dass wir eigentlich viel zu viel von uns preisgeben; da ist dennoch etwas, was wir für uns behalten.

Der Körper ist der Bereich des Erforschens und gleichzeitig die Hülle der Seele und jeder muss in seiner wohlfühlen. Ich möchte, dass die Menschen Körper nicht auf sexuelle Weise betrachten. Jeder Körper ist für mich eine neue Geschichte, mit all seinen kleinen Makeln und jedes Mal versuche ich diese richtig zu lesen, um ihre Geschichte wiederzugeben und das mit Hilfe meiner Fotografien. So sind meine Bilder also die Ergebnisse meines ersten Eindrucks den ich von den Körpern gewann, dennoch sieht jeder andere Emotionen, Farben und Geschichten in diesen Körperteilen.

Viele der Mädchen haben mit mir über ihre Probleme und Komplexe wegen ihrer Körper gesprochen, dass sie sich nicht gut dabei fühlen, wenn sie in den Spiegel gucken. Was mir wiederum die Möglichkeit gab, sie sich selbst in einem „besseren Licht“ sehen zu lassen. Mir wiederum gab dies ein Selbstbewusstsein, dass ich etwas schaffen kann, dass interessant ist und ebenso hilfreich für jemanden.